Pressestimmen

Der Krieg und seine Verlierer

„Fast im Alleingang macht Bähr diesen düsteren und schwermütigen aber gleichzeitig hochaktuellen Theaterabend mit seiner aufopfernden Spielweise zu einem Ereignis. Daneben brillieren Hans-Joachim Rodewald als Kurfürst und als Oberst, besonders auch Meret Engelhardt als Prinzessin Natalie und als Mädchen sowie Michael Jeske als Feldmarschall Dörfling und Beerdigungsunternehmer. Ganz besonders füllt auch Anja Lenßen als Kurfürstin sowie als die Elbe ihre Rollen mit einer ungemein strahlenden Aura. Untermalt von einer Drei-Personen-Band wird die Absurdität des Krieges immer wieder überzeichnend vor Augen wie Ohren geführt.“

Vollständige Rezension

Stefan Kritzer, Rhön- und Saalepost, 03. Dezember 2015

„Träum ich? Wach ich? Leb ich?“

„Großen Anteil am Gelingen des Abends hat Hagen Bähr mit seiner großartigen, weil menschlich glaubwürdigen schauspielerischen Leistung als suchender, von Liebe und Heldentaten träumender Prinz und als völlig desillusionierter junger Kriegsheimkehrer Beckmann.“

Siggi Seuß, Mainpost, 01. Dezember 2015

Grübeln und gruseln

„Der junge Prinz ist ein Träumer im Leben, ein unglücklich Liebender, ein Versager im Krieg, kein Anführer in der Schlacht. Oder vielleicht doch? Kleist hat da einen hochemotionalen Charakter erfunden. Ein Mensch, der das Gefühl über den Gehorsam stellt. der in seiner inneren Welt flaniert und in der äußeren Welt des Krieges revoltiert. Hagen Bähr, der Homburg und der Beckmann, spielt auf der Bühne seine Träume und Tramata, er spielt um sein Leben und ringt mit dem Tod. Das sind wesenverwandte Menschen mit abrupten Gefühlswechseln. Sie pendeln zischen Innen- und Außenwelten, Sprechen und beredtes Schweigen, mit mehr und weniger Tempo, ein mörderischer Spielrhythmus. Das gelingt, das passt bei Hagen Bähr zusammen. Er verstört an diesem Abend. Er triumphiert auf der Bühne. Er gewinnt und mit ihm das ganze Ensemble.“

Michael Plote, Freies Wort, 30. November 2015

Von Fehrbellin nach Stalingrad

„Hagen Bähr, das ist sein Abend ganz und gar, spielt einen Jungen, Schwärmer mehr als Feldherr. Den Mund offen, den Körper ungelenk, den Blick auf Tod und Härte noch mit der Naivität dessen, der Gedichte in den Tornister packt zu Schlacht. […] Der Borchert ist eine Art Kurzfassung. Randfiguren, und ein Hagen Bähr, der Verzweiflung hechelt: Das ist, geht der Gedanke, die Konsequenz aus Preußen, das ist der Junge, der endlich lernte, wie es wirklich ist und darüber verzweifelt. Und dazu ein gut disponiertes Ensemble.“

Henryk Goldberg, Thüringer Allgemeine, 11. Dezember 2015

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