Achtung: Diese Inszenierung findet auch am 5./6.6.10 im Englischen Garten statt. Nicht im Großen Haus, dieses wird saniert.
Die Idee zu diesem Stück fand der Komponist in Tirol, wo er alljährlich die Sommermonate verbrachte. Hier fand er die Figuren seines Werkes. Hier beobachtete er die wandernden Vogelhändler und die Mädchen, die mit kleinen Wagen die Post in die Dörfer brachten.
Die erste Zeile von Adams Auftrittslied („Grüß euch Gott, alle miteinander”) ist ein Gruß, den in einem Wirtshaus ein junger Bauer den Gästen zurief. Durch dieses schöne und lebendige Vorbild gelang Zeller ein recht wirklichkeitsechtes Bild, angefangen bei der Brief-Christel und ihrem lustigen Adam, bis hin zu den vertrottelten Gelehrten (Gestalten aus Zellers beruflicher Umwelt im Unterrichtsministerium) und den leichtsinnigen Angehörigen des kurfürstlichen Hofes, deren Vorbilder die verschwenderischen Erzherzöge und die jungen und alten, sentimentalen und mannstollen Komtessen des Kaiserhofes waren.
Neben dem genannten Auftrittslied des Adam gibt es weitere Schlager wie „Ich bin die Christel von der Post”, „Wie mei Ahnerl zwanzig Jahr” und das Lied der Kurfürstin. Durch die Heiterkeit und Liebenswürdigkeit der Figuren gilt die am 10. Januar 1891 uraufgeführte Operette bis heute als ein wesentlicher Bestandteil der Goldenen Ära dieser Kunstgattung.