Dass sich Rossini nach seiner Oper "Ciro in Babilonia" (1812) zum zweiten Mal einem biblischen Sujet zuwandte, erklärt sich daraus, dass die Theater das damals geltende Verbot weltlicher Bühnenaufführungen während der Fastenzeit mit Opern in sakralem Gewand umgingen.
"Moses in Ägypten" geht auf ein Drama aus dem Jahre 1760 mit einer frei erfundenen Liebesgeschichte zwischen Amenofi, dem Sohn des Pharao, und Anaide, einer Nichte von Moses, zurück. Rossini und sein Librettist Tottola webten diese Liebesgeschichte einer dem zweiten Buch Moses entnommenen Handlung ein, die Uraufführung fand 1818 in Neapel statt. Weil der Pharao sein Versprechen gebrochen hat, die Israeliten aus der Knechtschaft zu entlassen, schickt der Gott Israels den Ägyptern Plagen.
Wir danken der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Meiningen, weil sie uns für die szenische Umsetzung dieses Werkes die Stadtkirche zur Verfügung stellt. Das Meininger Theater nimmt gerne die Gelegenheit wahr, an eine Tradition anzuknüpfen: Werke sakralen Inhalts in einem sakralen Raum zur Aufführung zu bringen.