Leidenschaft, Temperament und südliche Sonne sind die Klischees, mit denen man Spanien beschreibt. In einer der erfolgreichsten und populärsten Zarzuelas, der spanischen Form der Operette, werden diese Begriffe personifiziert.
"La Gran Vía", zu Deutsch "Die große Straße", ist der Titel, der auch schon den Ort in Szene eines vielfältigen komödiantischen Liebesverwirrspiels beschreibt. In einer Reise durch Spanien, die zwischen feurigem Tanz und leidenschaftlichem Gesang geprägt ist, wird ein augenzwinkernder Blick zwischen Stierkampf und Tapas, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Illusion und Wirklichkeit versucht. Zwei klassische spanische Komponisten arbeiteten bei dieser Erfolgs-Zarzuela zusammen: Federico Chueca und Joaquín Valverde.
Andris Plucis wird sich im zweiten Teil des Abends in seinem Stil des Modern Dance auch den spanischen Ausdrucksformen widmen. Das Eisenacher Ballett vertanzt das berühmte Werk von Maurice Ravel "Rhapsodie Espagnole" und Claude Debussys "Prélude à l'après-midi d'un faune". Beides sind Werke, in denen mit dem Blick europäischer Musikgeschichte Spanien reflektiert wird, so dass sie eine ideale Grundlage für Plucis' Idee darstellen, die Klischees zu hinterfragen.