Geboren und aufgewachsen im südbadischen Kenzingen, zwischen Schwarzwald und Elsass, folgte nach dem Abitur die Schauspielausbildung am Mozarteum in Salzburg, dann der Wechsel an die Schauspielschule in Bochum, wo er '89 am renommierten Schauspielhaus sein erstes Engagement antrat. Anschließend zog es ihn an die Württembergische Landesbühne Esslingen und an das Staatstheater Braunschweig. 1997 konnte ihn Ansgar Haag für das Ulmer Theater verpflichten, sein vielfältiges Aktionsfeld für die nächsten neun Jahre. Als Garant für schauspielerische Glanzlichter wechselte er dann 2006/07 mit der Intendanz Ansgar Haag nach Meiningen.
Seine ausgeprägten musikalischen Fähigkeiten auch im Musical-Bereich, ob als Bernardo in der „West Side Story“, als Vater in „Shockheaded Peter“ oder als Leopold im „Weißen Rössl“, schufen imponierende Bühnenerlebnisse. Dieser besonderen musikalischen Qualität verdankt Scheibe darüber hinaus auch komplette Eigenkreationen für Bühne und Programm, wie geschehen mit der Comedy „Die Pille ist an allem schuld", die als großes Open-Air gegeben wurde.
In einer Vielzahl großer Rollen glänzte Scheibe nicht nur in Meiningen, so als Antonio in Shakespeares „Was Ihr Wollt", Willie in Taboris „Peepshow", Jean in Strindbergs „Fräulein Julie", Argan in Molières „Der Eingebildete Kranke“, Peer in Ibsens „Peer Gynt“, Narbonne in Schillers „Der Parasit“, Wanja in Tschechovs „Onkel Wanja", oder der verzweifelte Tom in Ray & Michael Cooneys Boulevard-Erfolg „Tom, Dick und Harry".
Zum Publikumsmagneten wurde er in der Verwechslungskomödie „Otello darf nicht platzen" als Faktotum Max und mit diabolischer Eindringlichkeit brannte er sich als Erzbösewicht Jago in Shakespeares „Othello" ins Bewusstsein der Zuschauer.
Zurzeit sorgt er als reizende Mrs. Chauvenet sowie als pflichtbewusster Anwalt Omar Gaffrey in „Mein Freund Harvey" von Mary Chase für Lachsalven, beweist sein gesangliches Talent als ausgeflippter Fanclubmanager René Schiebenschläger in „Elvis liebt dich" und übernimmt die Rolle von Goethes Goethe zitierendem Diener Stadelmann in der Uraufführung von Martin Walsers „Ein liebender Mann". Im Theaterzirkus von „Weihnachten im Zelt" wird er den einsatzfreudigen Direktor mimen.
Seit 1993 arbeitet Renatus Scheibe zudem häufig als Sprecher für Hörfunk, Hörspiel, Werbung, Multimedia-Produktionen und für Industrie und Wirtschaft.