Einen Schlag mit dem Fächer hat Ollendorf einstecken müssen – dabei hat er sie doch nur auf die Schulter geküsst! Der sächsische Oberst ist empört darüber, wie entschieden ihn die schöne polnische Komtesse Laura Nowalska vor versammelter Mannschaft zurückgewiesen hat. Denn seiner Meinung nach müsste man ihn als gestandenen Mann mit Handkuss nehmen, nagt doch Gräfin Palmatica mitsamt ihren Töchtern am Hungertuch. Aus dem Standesdünkel der alteingesessenen Adelssippe dreht der rachehungrige Ollendorf den Damen einen Strick: Als vermeintlichen Fürsten ausstaffiert, führt er einen inhaftierten Bettelstudenten in die Gesellschaft ein. Dieser verdreht jedoch nicht nur Laura den Kopf, sondern bringt auch gehörig die Ordnung im sächsisch besetzten Krakau durcheinander.
Vor nicht ganz buchstabengetreuem historischen Hintergrund entspinnt sich die im Jahre 1704 angesiedelte, heiter-revolutionäre Handlung des „Bettelstudenten”. Der Umstand, dass Johann Strauß sich in das Libretto zur „Nacht in Venedig” vertiefte, hatte Carl Millöcker das Text buch in die Hand gespielt – die 1882 uraufgeführte Operette wurde zum großen Durchbruch für den damals 40-jährigen Kapellmeister des Theaters an der Wien.